Petit abécédaire – Abecedarium

05/11/2009

Ma patrie de A à Z : choix très subjectif et non exhaustif

Heimat von A – Z – eine subjektive und nicht vollständige Zusammenstellung

A

amis, amitié, ambivalence (Zwiespältigkeit)

Angstfreier Raum (quiétude), Angenommensein,


B

bien-être, bruits familiers ou oubliés

Bindung, Beziehung

C

chaleur humaine (Warmherzigkeit) , contraintes, convivialité (das Gefühl des Wohlfühlens,  als Gast und als Gastgeber)

D

dialecte / Dialekt

E

enfance, environnement familier, espace géographique et temporel,

étroitesse d’esprit (Engstirnigkeit)enfermement (Gefühl von Eingeengtheit)

Ermutigung (soutien facile et inconditionnel)

Essen

Apfelpfannkuchen; Eier mit Senfsauce; porridge; “Verheiratete”; junge Kartoffeln mit Kümmel, dazu Gurkensalat; Ghorme Sabzi (kräuter, Fleisch und Reis); Griesbrei mit Zimt und Zucker; “cuban sandwich”; immenses plats de choucroute;

F

famille, familiarité, facilité, franchise

Freundschaften

G

généalogie, générations, goûts exprimés et reconnus

Geborgenheit, Gastfreundschaft,

Gerüche

Schulranzenleder; alte Rommeekarten; Lagerfeuer im Wald; Duft des Brotes und der Erde; Kuhstall; Heu und Stroh; lavande; ratatouille; Maische (gehopfte Gerste als Tierfutter); frisch gemähtes Gras, feu de bois dans la cuisinière et l’odeur de résine

Geräusche

le bruit des cloches et le ron-ron du réfrigérateur

Eisenbahn ! rattatatta, Tuckern der Schiffe auf dem Kanal; knatternde Mopeds; der Männer-Gesangsverein im Nachbarhaus; Tiere im und ums Haus und im Stall; Wind; Spinett;

H

habitation, habitudes

Heim, heimisch


I

identité, irrationalité, interdits

Irrationales, Identität


J

joie,

jargon/ Jargon

graouillotte (Feuerhaken), cramerosse (Schaumlöffel); sutrai (Souterrain); Blaffo (plafond); klar Schiff machen; von Pittchen bis Kläschen (von Pontius bis Pilatus); “moidl” für Mädchen statt des Vornamens; “Halla hop” für “Los geht’s”


K

Kontrolle; Kindheitseindrücke

L

langue

Lieder, Lebensqualität,

Lieblingsort (lieux de prédilection)


M

maison, mère

Muttersprache


N

naissance, se sentir bien dans son nid (Nestwärme), non-dit (das Unausgesprochene, das trotzdem als Regel gilt)

Nähe

O

odeurs, ordonné (Überschaubarkeit, die aber auch wenig Spontaneität zulässt)

Ordnung

P

pays, passé, père, plats, proximité (Nähe), parler (Familienjargon)

Prägung (empreinte ineffacable due aux valeurs et à la morale inculquée)

Q

qualité, quiétude (Geborgenheit)

R

racines (Wurzeln), régionalisme, retour, rue

Regionale Besonderheit, Rückkehr

S

sécurité (Sicherheitsgefühl, Geborgenheit), sources, souvenir

Sprache, soziale Kontrolle, Stärkung

T

tabous, traditions

Tabus

Sex und darüber reden,  Geheimnisse haben, Familieninternes nach außen tragen,

Traditionen


U

usages et coutumes

Urteile, Ungezwungenheit,  unvergesslich


V

valeurs (Werte, die uns prägen), vacances, vérités (unverrückbare Wahrheiten und Meinungen)

Verklärung, Vertrautheit, Verbundenheit, Vorfahren, Verwandtschaft,Vater(?)land

Verbote

Stillstand; an einem evangelischen Gottesdienst teilnehmen, wenn man katholisch ist, Papas Schreibtisch; schimpfen und sich streiten;

W

week-end

Warmherzigkeit, Wohlfühlen, Wurzeln

X

Y

yeux (die Augen der Mitmenschen und Familienangehörigen)

Z

zone (géographique ou temporelle)

Zuhause, Zwänge, Zwiespalt


Heimat vom 24. – 31.10.2009 – in stichworten

05/11/2009

kleines Fenster mit Gitter

ein schmales Bett
kein Schrank
kleiner Tisch mit Lebensspuren
Klappstühle an der Wand
Dusche über den Flur

Tee aus Milchkaffeeschalen
kein Plastikwasser
Essen von Thomas und M?, das glücklich macht
die Tischgesellschaft auch
immer Weißbrot, das den Hals reckt
mittags und abends Vin de Pays

Haare, die zu Berge stehen über dem scharfen Verstand einer gewichtigen Persönlichkeit
virtuelle und echte Gärtnerinnen
Fleisch gewordene alte Freundschaft
liebevolle Herzlichkeit mit klugem Kopf und technischem Know-how
schöne hilfsbereite Frau mit Hut und Geist
Heidegger liebendes sprudelndes Leben
mit spitzer Schere aus einem Foto von Paris ausgeschnittenes Vorwort von Klemperer
deutsche Französischlehrerin, die sich erzärtlicht
französische Deutschlehrerin, die vor Begeisterung glüht
amerikanischer Professor, einer von den 0,5 %
bunt schillernde persische Weisheit
rotgolden leuchtende Sprachkünstlerin
charmanter Fotograf mit großem Herz – Schultern, die sich heben, Hände, die nach oben weisen
Schieflagen Richtung Balance anstoßende Aufmerksamkeit
deutsches Lachen unter indischer Überschrift
Menschen der Umgebung
Musiklehrerin, die uns zum erklingen bringt
und Glücksfall le director

Synapsen, die begeistert Funken sprühen
in der Gruppe
und hinter Rechnern
Arbeit am Steinbruch Heimat
ohne etwas in Stein zu meißeln

Steinfalte

schaffa, schaffa Heimat baua

Raucherheimat im Hof

die schöne Seele – la belle âme
Gutmenschsyndrom
und Bösmensch
Toleranz als Duldung

geballte Kompetenz
konzentrierte Menschlichkeit
Lächeln in Augenwinkeln eingenistet
Herz, das jeden Morgen mit freudiger Erregung dem Tag entgegenschlägt
Leichtigkeit

Morgennebel

Morgennebel im Tal
afrikanischer Abendhimmel brennt über französischer Landschaft
Pappeln lodern wie Feuer
Bäume erröten ohne Scham
in Baumwipfeln glitzern Blätter wie Blattgold in der Sonne

Wanze

unterschiedliches Getier
prachtvolle Prachtwanzen
Hähne mit geschwollenem Kamm
Kaninchen und anderes im Cassoulet
Schnecken auf Eis im Supermarkt

Würdigung von Widerstand
Lauzas!

Kirchenausblick

Ein vollkommener Ort
église de Combs
Dona nobis pacem – Gib uns Frieden
steigt ins Chorgewölbe auf

Seidenfäden

verwobene Fäden von Lebensgeschichten
bunt wie Seide

Abendrot

Fahrt an glühendem Abendrot vorbei
in die Nacht hinein
um ein erleuchtetes Schloss

Kein Salsa und doch so viel Bewegung

Ich bereue nichts


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