Grands magasins

06/11/2009

Heimat – plan

ein Schattenriß, schief

im Gegenlicht, nur fast im Gleichgewicht

verhängt und spendet graues Licht.

Was kann denn schon passieren,

wenn viele Seiten dünnen Papiers

sich zu Gängen verlängern,

berühre ich darin eine nach der anderen alle Hände.

Nach der ganzen Länge endlich

für mich zwei, kraftvoll, weich

in Schatten eingeschlagen

und alles, was bisher schief war

wird ganz plan.

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Heimat vom 24. – 31.10.2009 – in stichworten

05/11/2009

kleines Fenster mit Gitter

ein schmales Bett
kein Schrank
kleiner Tisch mit Lebensspuren
Klappstühle an der Wand
Dusche über den Flur

Tee aus Milchkaffeeschalen
kein Plastikwasser
Essen von Thomas und M?, das glücklich macht
die Tischgesellschaft auch
immer Weißbrot, das den Hals reckt
mittags und abends Vin de Pays

Haare, die zu Berge stehen über dem scharfen Verstand einer gewichtigen Persönlichkeit
virtuelle und echte Gärtnerinnen
Fleisch gewordene alte Freundschaft
liebevolle Herzlichkeit mit klugem Kopf und technischem Know-how
schöne hilfsbereite Frau mit Hut und Geist
Heidegger liebendes sprudelndes Leben
mit spitzer Schere aus einem Foto von Paris ausgeschnittenes Vorwort von Klemperer
deutsche Französischlehrerin, die sich erzärtlicht
französische Deutschlehrerin, die vor Begeisterung glüht
amerikanischer Professor, einer von den 0,5 %
bunt schillernde persische Weisheit
rotgolden leuchtende Sprachkünstlerin
charmanter Fotograf mit großem Herz – Schultern, die sich heben, Hände, die nach oben weisen
Schieflagen Richtung Balance anstoßende Aufmerksamkeit
deutsches Lachen unter indischer Überschrift
Menschen der Umgebung
Musiklehrerin, die uns zum erklingen bringt
und Glücksfall le director

Synapsen, die begeistert Funken sprühen
in der Gruppe
und hinter Rechnern
Arbeit am Steinbruch Heimat
ohne etwas in Stein zu meißeln

Steinfalte

schaffa, schaffa Heimat baua

Raucherheimat im Hof

die schöne Seele – la belle âme
Gutmenschsyndrom
und Bösmensch
Toleranz als Duldung

geballte Kompetenz
konzentrierte Menschlichkeit
Lächeln in Augenwinkeln eingenistet
Herz, das jeden Morgen mit freudiger Erregung dem Tag entgegenschlägt
Leichtigkeit

Morgennebel

Morgennebel im Tal
afrikanischer Abendhimmel brennt über französischer Landschaft
Pappeln lodern wie Feuer
Bäume erröten ohne Scham
in Baumwipfeln glitzern Blätter wie Blattgold in der Sonne

Wanze

unterschiedliches Getier
prachtvolle Prachtwanzen
Hähne mit geschwollenem Kamm
Kaninchen und anderes im Cassoulet
Schnecken auf Eis im Supermarkt

Würdigung von Widerstand
Lauzas!

Kirchenausblick

Ein vollkommener Ort
église de Combs
Dona nobis pacem – Gib uns Frieden
steigt ins Chorgewölbe auf

Seidenfäden

verwobene Fäden von Lebensgeschichten
bunt wie Seide

Abendrot

Fahrt an glühendem Abendrot vorbei
in die Nacht hinein
um ein erleuchtetes Schloss

Kein Salsa und doch so viel Bewegung

Ich bereue nichts


Heimat en route – unterwegs

01/11/2009

Heimat en route – unterwegs

Zu Fuß, auf dem Rad,

in einem Auto, in der Bahn, einem Flugzeug oder einem Schiff

wäre mein Lieblingsort:

unterwegs.

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Durch die Bewegung erschienen immer neue Orte und Umgebungen,

die meine Sinne reizen.

Ich mag Neuland betreten und entdecken.

Auch als Metapher gültig. Berufliches Neuland betreten z.B.

Hauptsache in Bewegung bleiben, auch um mental nicht einzurosten.

Mich selbst in neuen Umgebungen und Situationen zu fordern,

Neues kennenlernen und erforschen. Das Ziel dieser Reise wäre möglichst nie anzukommen.

Heimat en passage.


FIEF

29/10/2009

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Dieu le fit
Qui?
Le FIEF?
Et Dieu
Qui le fit?
Dieu
Causa sui?
Gott schuf es
Wie wann wo warum wozu?
Et pourquoi pas
Viele Fragen
Im Sprachgewirr
Hochfliegende
Was ist Sein?
Was ist der Sinn von Sein?
Und überhaupt
Warum gibt es Sein und nicht
Vielmehr nichts?
Nichts von nichts
Nichts von etwas?
Rien de rien
Rien ne va plus.
Nichts und das Nichts
Rien et le Néant.

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Andere Fragen
Mehr
Pied à terre
La terre
Der Boden
Die Heimat? Das Land?
Weit reichender Blick
Aus mittelalterlichem Gemäuer
Bis in die Auvergne
Die Creuse?
Eine meiner Heimaten
Kindheit, Sprache
Warum im Deutschen
Abstrakta
Selten im Plural?
Nur eine Heimat? Wurzeln?
Der Mensch ist kein Baum

lavend.jpg

Zypressen
Eichen
Lavendelfelder schlängeln
Sich an die Füße der Berge
Wölbungen in der Landschaften
Des seins épanouis
Le saint des saints
Étendus, jamais
Vus
Sentis
émotionel
Des couchers de soleil
Nicht rational
Chants peintures
Qui le fit?
Et le FIEF?
Ein Mann, gejagt
Vom Rande her
randständig
Für weite Blicke
Neue Horizonte
Freundlichkeit
Générosité
In alten Steinen
Neue Gedanken
Beau mariage
Hinausfliegen
Ausflüge
Sortir du foyer
Heimaten entdecken
erfinden

ziege.jpg

Kühe, Ziegen, Esel, Schafe
Pferde
Kastanien, eßbar
Nüsse, Feigen, Erde
Denkmäler
Résistance
Massaker
Endurance
Héroïsme
Geier landen
Unhörbar, segelnd
Im Vercors
Masssacrent les corps
Les âmes
Les demeures
Patrimoine, mémoire
Peu à voir
Durchdrängen, tränken
Die Landschaften
Heimat
Ich, der andere
Autrui
Anderswer
Für, gegen mich?
Mit
Für
Neben
Einander?
Flucht, Emigration
Was bleibt ist die Sprache
Die Lichtung des Seins
Attraktion, Repulsion
Hannah, Martin

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Heidi
Ella und Hermann
Aragon und Triolet
Wols
Uta, Naumburg, Saarbrücken
Minoo
Iran
Gefängnis
Schönheit
Farben, Linien, Blicke

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Heimat
Wein und Käse
Le miracle d’un jeune cuisinier
De Magdebourg
Réinvente la cuisine
Française
À Châteauneuf
Le Mazenc
Près Bégude

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Président Loubet
1905
Trennung von
Staat und Kirche
Protestanten und Katholiken
Schützten Juden
Schufen Gott


Max

29/10/2009

DSCI0116

… der Geruch von Pferdemist und warmer Erde

der Staub des Strohs kitzelt in der Nase

weiche Nüstern, die sich in meine Hände schmiegen

meine Stirn auf Fell rauh und weich zugleich

Fliegen auf deinen Augenrändern

dein Schnauben löst mein Seufzen

ich vertiefe mich in deinen Geruch

tauche ein in Regionen von tiefster Geborgenheit

und einssein

rieche das nicht-mehr-alleinsein

spüre den Frieden deiner Duldsamkeit

und höre plötzlich den Piepmatz draußen

und sehe wie sich der Sonnenstrahl durch den Heustaub bohrt

und meine Zuversicht zieht mich hinaus

Danke mein Freund